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Geschrieben von: Lars   
Sonntag, den 02. April 2017 um 22:22 Uhr

Wie schwierig die Abgrenzung zwischen Kunst und langweiliger Fotografie sien kann, zeigt sich im Buch über den Moskauer Fotografen Alexander Rodtschenko: Die Sammlung von Ansichtskarten aus den späten 1920er und früher 1930er Jahren ist nicht nur, interessant, weil da ein langweiliger Fernmeldemast oder langweilige Dächer von Eisenbahnwagen kunstvoll in den Mittelpunkt gesetzt werden. Das Buch zeigt auch sonst spannende Bilder vom Alltag in der sowjetischen Hauptstadt der Zwischenkriegszeit. Hier war ein Künstler am Werk, der den Betrachter mit ungewöhnlichen Perspektiven überrascht, gerne aus der Vogelschau. Rodtschenko (1891–1956) folgte seiner Berufung als Fotograf, Maler, Architekt und nicht irgendwelchen Vorgaben oder touristischen Leitmotiven.

Vorbildlich ist auch die Gestaltung des Buchs "Moskauer Postkarten": Die Ansichtskarten sind in Originalgrösse abgebildet, heraustrennbar und mit einer Adressseite versehen, die aber wohl nicht den Originalkarten entspricht. So sollten Postkartensammlungen immer gedruckt werden.

Doppelseite aus «Alexander Rodtschenko – Moskauer Postkarten»